Archiv der Kategorie: Interkulturell

Die Gemeinde ist offen für Menschen jeder Herkunft. Wir haben ein Haus zum Ankommen zur Verfügung gestellt. Wir organisieren Sprachkurse und  Unterstützung  und sind sehr dankbar für die Ehrenamtlichen, die das ermöglichen. Beim Treffpunkt International jeden Mittwoch um 17.30 Uhr im Bistro des Stadtteilzentrums kommen Menschen zusammen – Flüchtlinge, Migranten, Einheimische Menschen  ohne und mit dem ein oder anderen  Migrationshintergrund, die Freude an Vielfalt haben und die Gemeinschaft suchen. Bei der Offenen Bühne Weltmusik ist Musik die Sprache, die Menschen jeder Herkunft verbindet. Bei vielen weiteren Angeboten sind wir zusammen aktiv und lernen einander besser kennen. Herzlich willkommen!

Iranischer Musikabend mit der Gruppe Dilan

Klänge aus dem Iran sind am Samstag, den 10. August im Stadtteilzentrum Wesertor (Weserstraße 26) zu hören. Zu einem Musikabend mit der Gruppe „Dilan Ensemble“ lädt die AG Kultur im Stadtteilzentrum gemeinsam mit dem Verein Kulturfabrik Salzmann und der Ev. Hoffnungskirchengemeinde ein. Das in Kassel durch zahlreiche Auftritte bereits bekannte Ensemble spielt in diesem Projekt neben klassischer iranischer Musik auch iranische Popmusik. Einlass, 19.30 Uhr, Beginn 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Herzliche Einladung!

Ausstellung Hearspells von Andara Shastika

Wir laden herzlich ein zur Ausstellung „Hearspells“ von Andara Shastika, Absolventin der Kunsthochschule Kassel. Die Eröffnung ist am Dienstag, den 13.8. um 17 Uhr in der Neuen Brüderkirche.

Herzliche Einladung auch zum Kunst-Gottesdienst mit Künstleringespräch am Sonntag, den 18.8.2019 um 11 Uhr!

Die Installation fragt nach dem Prozess des Aneignens einer Sprache. Andara Shastika stellt die klaren Grenzen zwischen Sprachen in Frage. Es gibt mehr Worte, die über alle Möglichen Grenzen hinweg verstanden werden, als wir denken. Und sie erforscht, wie das Lernen von Sprache nicht nur rational geschieht. Begibt man sich nicht hinein in eine Sprache? Verbindet sich nicht mit der Sprache ein Geist? Ist es eine Form von Besessenheit, eine Fremdsprache zu sprechen? Gibt es positive und negative Formen von Besessenheit?

Die Installation ist auch eine sehr anregende Intervention in dieser Kirche. Hier finden täglich Sprachkurse statt. Viele Menschen, die ursprünglich die verschiedensten Sprachen sprechen, begegnen sich, nicht nur aber auch beim Treffpunkt international. Was geschieht da, wenn wir uns verständigen? Wer die alten Geschichten kennt wird an Pfingsten denken. Es bleibt ein interessantes Rätsel, wie durch den Geist Sprachgrenzen überwunden werden.

Die Installation arbeitet aber auch mit dem Raum selbst und den Räumen, Ebenen, Gegenständen und Möbeln in der Kirche, den Abstufungen von Heiligkeit und den Bedeutungen und Assoziationsfeldern, die im Raum präsent sind. Sie trägt ihre eigenen Erfahrungen ein. Raum und Kunst wirken aufeinander ein. Für diejenigen, die den Raum kennen, ist es eine Differenzerfahrung, die es ermöglicht, den Raum vielschichtiger wahrzunehmen.

Einige Hinweise über Kirchenräume im Allgemeinen:

  • Ein Altar ist vieles gleichzeitig, in den verschiedenen kirchlichen Traditionen wird das ein oder andere mehr betont, immer bleibt aber alles präsent. Ein Altar ist ein Tisch, ein Ort der Tischgemeinschaft. Ein Altar war Opfertisch, ein Ort des Leidens und der Erlösung. Ein Altar ist ein heiliger Ort, wo die heiligen Gegenstände und Schriften liegen.
  • Eine Kirche hat unterschiedliche Bereiche. Früher gab es stärkere und weniger starke Unterteilungen zwischen Bereichen, die unterschiedlichen Personengruppen zugeordnet waren. Der Chorraum hinter dem Altar war den Priestern vorbehalten. In der Reformation ist diese Trennung aufgehoben worden, entsprechend dem allgemeinen Priestertum aller Gläubigen.
  • Das Wort hat im Kirchenraum eine besondere Bedeutung. Da ist die heilige Schrift – eine plurale Sammlung unterschiedlichster Texte. Aber das Wort Gottes ist nicht gleichzusetzen mit dieser Schrift, auch nicht mit Worten eines Pfarrers in der Predigt. Es geht um Verständigung und Aneignung, was nicht ohne den Geist geschieht. Auch deshalb wird zu Beginn des Gottesdienstes gesungen: „Komm, heiliger Geist“. Eine Kirche ist immer ein Kommunikationsraum.
  • Die Farbe Purpur hat eine lange Tradition als Kirchenfarbe, aber auch vorher schon eine große Bedeutung: Der Farbstoff wurde in der Antike in einem aufwändigen Prozess aus Purpurschnecken hergestellt, man benötigte 10.000 Schnecken für ein Gramm Farbstoff. Die Farbe zu tragen war in Rom den Senatoren vorbehalten. Eine Farbe der Mächtigen ursprünglich, der rote Teppich kommt da her. Was hat Sprache mit Macht zu tun?

Stefan Nadolny

Eröffnung. Foto Kurt Heldmann
Performance. Foto: Kurt Heldmann

Bericht vom Kirchentag in Dortmund

Drei Gruppen mit Beteiligten aus unserer Gemeinde waren beim Kirchentag in Dortmund, um dort mitzuwirken und Aufführungen zu gestalten. Einige waren mit der Theatergruppe Zeitlos dort und führten das Werk Inferno Paradiso auf, ein Stück mit Musik von Peter Janssens in einem Theater auf – gleich zweimal hintereinander.

Außerdem fuhren die Gruppen Morgen und Palaver Rhababa zum Kirchentag (wobei alle Musiker der Gruppe Morgen auch bei Palaver Rhababa spielen), spielten drei Konzerte und begleiteten drei Veranstaltungen – und machten ungefähr 8x Straßenmusik während der 5 Tage: spielsüchtig! Die Aufführungen waren alle sehr erfolgreich – wenn auch unterschiedlich besucht zwischen 7 und 1000 Teilnehmenden. Zu einem Konzert einer doch eher unbekannten Band morgens um 11 kommen eben nicht so viele Menschen gezielt, zu einem Vortrag eines Friedensnobelpreisträgers aber schon. Die Konzerte haben viel Spaß gemacht und sind bei dem teilweise eher kleinen, aber feinen Publikum auch gut angekommen. Die Veranstaltungsbegleitungen waren außerdem auch sehr interessant, sodass ich von den Themen ein wenig berichten möchte.

Zunächst spielte Palaver Rhababa bei einer Veranstaltung mit Prof. Dr. Volker Perthes, Experte für die Region Naher und Mittlerer Osten und ein wichtiger Berater der Bundesregierung. Er sprach z.B. über den aktuellen Konflikt zwischen Iran und USA. Er betonte zum einen, dass es sich bei den Attacken mehr um eine Art psychologisches Spielchen handele, zum anderen aber auch, wie gefährlich solche Spiele seien. Perthes war bei vielen Versuchen von Vermittlung und Verhandlungen beteiligt und sprach aus einer eher bescheidenen Haltung heraus. Er sprach weniger von Konfliktlösung, diese sein oft nicht möglich. Stattdessen könne man dann Konfliktmanagement versuchen. Dafür sei es dann nötig, Verhandlungen auch mit schwierigen Gesprächspartnern zu führen, bei denen manche fragen würden: „Wieso redet ihr überhaupt mit denen?“. Es war sehr interessant zu hören, wie Prof. Perthes versucht, mit diesen großen Ambivalenzen umzugehen. Die Musik von Palaver Rhababa war dazu sehr passend, z.B. das Stück Homs über diese zerstörte Stadt, das Ahmad Schemis geschrieben hat, der aus Homs kommt.

Die nächste Veranstaltung im selben Saal im Kongresszentrum war eine mit Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege. Er ist Gynäkologe und hat eine Klinik für die Opfer von grausamen Vergewaltigungen aufgebaut – aber auch gegen die Ursachen protestiert, die schon sehr lange andauernden Konflikte, der permanente Krieg im Kongo. Die Konflikte hängen auch mit den internationalen Rohstoffinteressen zusammen. Im Kongo wird vor allem auch Coltan abgebaut, das für Akkus gebraucht wird, für Mobiltelefone, aber auch für Elektromobilität. Hier geht es um viel Geld, das wie so oft in den Taschen einiger weniger landet. Doch auch die westliche Politik, die großen Konzerne und die Konsumenten haben dabei Verantwortung. Dr. Mukwege ist im Kongo nur knapp einem Attentat entgangen. Es zeugt von großem Mut, dass er sein Engagement für Frieden und Gerechtigkeit fortsetzt. Er regt an, dass die westlichen Demokratien sich für Gerechtigkeit und ein Ende der faktischen Straffreiheit im Kongo einsetzen, was den Machthabern und Profiteuren in der Demokratischen Republik Kongo nicht gefallen wird.

Die dritte Veranstaltung, die die Band Morgen begleitete, war ein Abend im Rahmen des Liturgischen Tages Umsturz, Umkehr, Utopie. Sie war in verschiedener Hinsicht ein Erlebnis. Drei Theater-Gestalten begleiteten den Abend mit Theateraktionen, was sehr anregend war. Zum anderen gab es interessante Vorträge, u.a. von Hartmut Rosa. Er sprach über Utopie im Zusammenhang mit seinem Thema Resonanz, gleichzeitig Titel seines Buches, was auch bei Theologen auf großes Interesse gestoßen ist (womit er selbst gar nicht gerechnet hätte). Resonanz bedeutet für ihn zunächst eine Aktion und eine Reaktion, aber gleichzeitig auch mehr und anderes, nämlich ein Geschehen, das sich gerade nicht auf Sender und Empfänger aufteilen lässt. Wo sich nicht mehr klar sagen lässt, wer aktiv und wer passiv ist. In der Grammatik anderer Sprachen wie Altgriechisch und Sanskrit gebe es eine andere Form, das Medium Passiv, mit der sich ein Geschehen klarer ausdrücken lasse. In unserer Welt würden manche an Burnout leiden, andere an ihrer Ohnmacht, manche an beidem. Sein utopischer Gedanke ist, sich mehr auf ein In-der-Welt-Sein einzulassen und Teil eines Geschehens zu sein. Natürlich hat das viel mit Theologie zu tun, man denkt an das Wachsen des Reiches Gottes und an das Wirken des Heiligen Geistes. Oder auch an Gemeinschaft in der Gemeinde und wie schön es sein kann, Teil eines besonderen Geschehens zu sein – wenn die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen, wenn etwas Neues entsteht, wenn ein Raum da ist, um den Traum vom Frieden zu träumen. Eine Gemeinde, die wiederum Teil eines größeren Geschehens ist, einer Bewegung spätestens seit Jesus, aber auch schon seit Moses und den Propheten, und Teil einer Bewegung für das Leben, die in den unterschiedlichsten Gemeinschaften lebendig ist. So ist diese Utopie nicht so utopisch, sondern auch erlebbar, wofür ich dankbar bin.

Der Kirchentag war für die Gruppen Palaver Rhababa und Morgen ein schönes Erlebnis, wenn auch nicht konfliktfrei – aber genau das war sehr anregend und hat uns zu einem neuen Konzept gebracht bei Palaver Rhababa: Wir wollen die Konflikte, die auftauchen als kreativen Motor verwenden und gerade darüber Lieder schreiben. Weil wir merken, dass es immer wieder Konflikte sind, die nicht nur uns, sondern die ganze Gesellschaft spalten. Und dem wollen wir etwas entgegensetzen.

Kirchentag lohnt sich!

Eine volle Woche!

Eine volle Woche liegt vor uns:

Mittwoch, 26.6.2019, 17.30 Uhr Spezial-Abend im Treffpunkt international: Jesidischer Abend mit Vorstellung der jesidischen Kultur mit Bildern und Video und Essen und mehr

Freitag, 28.6.2019, ab 18.30 Uhr Fit für Vielfalt Kurs gemeinsam mit Steve Ogedegbe und der Divine Impact Church of God

Samstag, 29.6.2019, ab 19 Uhr Festessen und Musik auf dem Hof

Herzliche Einladung!

Social Catwalk 2

Nach dem großen Erfolg des letzten Projekts wird Global Fashion fortgesetzt! Wieder geht es um Upcycling, Modemachen mit alten Sachen und eine Modenschau zum Abschluss. Studierende kooperieren mit Geflüchteten, um faire und individuelle Mode an den Start zu bringen.

Es geht thematisch um Märchen, und es gibt auch eine Videogruppe!

Termine:

Freitag, 3.5.2019, 14.45-20 Uhr
Samstag, 4.5.2019, 10-18 Uhr

weitere Termine ab 17.5.2019

mehr Info hier

Interreligiöser Gesprächsabend

Donnerstag, 2.5.2019, 19 Uhr, Moscheegemeinde Islamisches Zentrum, Josephstraße 5

„Wenn Jesus wiederkommt …“ – Von den Enden der Welt und der Hoffnung auf mehr

Auch Muslime glauben an eine Wiederkunft Jesu. Aber was bedeutet es, wenn wir von der Endzeit sprechen? Welche Bedeutung hat das Jenseits für uns? Was heißt Auferstehung und Ewiges Leben? Darüber soll es neben kurzen Vorträgen auch einen intensiven Austausch geben. Der Abend wird gemeinsam gestaltet und verantwortet von Stefan Ahr (Katholisches Dekanat Kassel), Imam Mahmoud Aziz (Islamisches Zentrum Kassel) und Pfarrer Stefan Nadolny (Evangelische Hoffnungskirchengemeinde).

Ukrainischer Abend

Herzliche Einladung zum Ukrainischen Abend am 27.3., 17.30 Uhr, im Rahmen des Treffpunkt international, im Stadtteilzentrum Wesertor, Bistro! Hauptsächlich gestaltet von Alina Filippova, die bei uns ihr Freiwilliges Soziales Jahr macht und aus der Ukraine kommt. Es gibt einen interessanten Vortrag mit Bildern, Informationen und Einblicke zu einer spannungsreichen Situation, Essen und Musik. Nicht verpassen!

Beete zu vergeben im gemischten Garten!

Lust auf Gärtnern? Rund um Kirche, auch hinter der Kirche im Garten zwischen Magazinstraße 20 und Gartenstraße 5 sind einige Beete zu vergeben – am liebsten immer an gemischte Teams! Also immer mindestens zwei, die zusammenarbeiten.

Mischung ist in jedem Garten gut. Auch die Pflanzen ergänzen sich gegenseitig. Wenn es passt dann vertreiben die Blumen die Schädlinge, die verschiedenen Pflanzen stärken einander gegenseitig – gute Nachbarschaft eben. Und so soll mit den Pflanzen auch die gute Nachbarschaft wachsen.

Gemischt kann z.B. bedeuten: Interkulturell oder interreligiös gemischt, Frau und Mann, jünger und älter, aus verschiedenen Stadtteilen usw.! Vielleicht finden sich Gartenpartner im Treffpunkt international, man kann gerne zu zweit kommen oder auch allein und jemanden finden zum Zusammenarbeiten. Ausnahmen bestätigen die Regel, allein arbeiten geht auch. Arbeitsgeräte, Pflanzen usw. werden gestellt. Treffen ist jeden Dienstag um 14 Uhr, aber auch zu anderen Zeiten darf gerne gegärtnert werden, die Teams können ihre Zeiten verabreden.

Mit Alina Filippova, Isabel Lopez-Traudt, Angelika Folwarczny u.a., Info bei Stefan Nadolny, 0157-38704495 u.a..