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Willkommen in unserer Gemeinde!

Und Willkommen auf unserer Homepage!

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Viel Freude dabei, und vielleicht sehen wir uns ja auch im realen Leben ;-)

Stefan Nadolny

Umsonstkleidermarkt

am Sonntag, den 13.9.2020

um 11-15 Uhr

auf dem Hof an der Neuen Brüderkirche,

Weserstraße 25 in Kassel

Es gibt auch andere Flohmarktsachen, auch Kindersachen

Achtung, Zutrittsbeschränkung: Es dürfen aufgrund der Corona-Situation gleichzeitig nur insgesamt 30 Personen auf den Hof. Bei Regen findet die Veranstaltung in der Neuen Brüderkirche statt, dann mit höchstens 15 Personen gleichzeitig.

Wir feiern wieder Gottesdienst!

Es geht wieder los ….

die Gottesdienste der Ev. Hoffnungskirchengemeinde finden wieder statt!

PFINGSTGOTTESDIENST – Wie der Geist Gottes uns überrascht und bewegt

                     „Was geht?“ oder„Was will das werden?“

Sonntag, 31. Mai 2020 um 11.00 Uhr vor der Erlöserkirche, Grillparzerstraße

Wir freuen uns auf einen musikalischen Gottesdienst mit Pfarrerin Barth, der Kirchenband und Ihnen!

Die Abstandsregeln gelten weiterhin – denken Sie an Ihren Mund-Nasen-Schutz!

Online predigt von claudia barth

Predigt zum Sonntag Rogate, 17. Mai 20

I Hört Gott mich?

Eine der entscheidenden Fragen beim Glauben bezieht sich auf das Beten. Gläubige aller Religionen verbinden sich mit Gott durch das Gebet. Aber – hört Gott auch? 

Hört er die Klagen der erschöpften Mütter, die Sorgen und Zweifel der Nachdenklichen? Kommen das Lob der Begeisterten und die Bitten der Vertrauensvollen bei ihm an? Und die Rufe um Erbarmen in lebensbedrohlichen oder auch nur sehr bedrängenden Situation – erreichen sie das Ohr Gottes?

Das ist eigentlich schwer vorstellbar. Der Schöpfergott, der sowohl streitbar als auch barmherzig dargestellt wird und als ewig und anbetungswürdig gilt, im Gespräch mit dem Menschen? Und wenn er mich und meine Sorgen kennt – was tut er mit dem Gehörten? Antwortet er? 

Bei so vielen Fragen ist es erstaunlich, dass Menschen beten. Richtig logisch und folgerichtig scheint es nicht zu sein. Und doch tun es erstaunlich viele Menschen. 2008 waren es 51% der Deutschen, die Gebete „mindestens mit einer mittleren Intensität“ pflegten. Fast genauso viele stehen aber in Distanz zum Gebet. Aber beten ist offenbar sehr unabhängig vom Gottesdienst. Zum Beten muss niemand in ein Gotteshaus. Menschen beten privat. Sehr unterschiedlich in der Form und sicher mannigfaltig im Inhalt. Menschen beten im Stehen, Sitzen, Knien, mit erhobenen Händen oder mit gefalteten, sie sprechen laut oder leise, mehrfach am Tag oder nur in kurzen „Stoßgebeten“, sie danken und loben Gott, sie bitten für sich und andere, sie klagen. Auch mit Musik und Tanz, mit körperlichem Ausdruck, können wir uns mit Gott verbinden, beten.

Viele Menschen in allen Religionen beten. Dass sie es tun, ist für mich schon ein Teil der Antwort auf die kritische Frage: Hört Gott mich?  

Ein anderer Teil der Antwort hat mit der Bibel zu tun. Denn in der Bibel wird gebetet – viele Abschnitte kreisen um das Gebet der Gläubigen und die Folgen, die sich auftun. Da wird berichtet von Reaktionen Gottes auf Klagen, Not und Sorgen genauso wie auf Dank und Lob. Abraham fordert von Gott seine Barmherzigkeit für die Gerechten in Sodom ein. Mose bittet mehrfach für das eher untreue Volk Israel, die Psalmbeter bringen sowohl Klage als auch überschwängliches Lob für Rettung vor Gott (z.B. Psalm 95, der Wochenpsalm), König Salomo, Gelehrte, Priester und Propheten (Samuels Lehrer Eli, Daniel, Zacharias und Saulus!/Paulus) wenden sich selbstverständlich im Gebet an Gott. Genauso hören wir auch von einfachen Leutewie Jakob auf der Flucht, Jona im Fischbauch, Maria als sie Gottes Engel begegnet, und auch Hagar, die ungerecht behandelte Magd der Sara. Sie sagt nach höchster Not und Rettung: du bist der Gott, der mich sieht.

Es gab und gibt viele Menschen, die es tun. Sie wenden sich einem Gegenüber zu, dass sie als mächtiger als sich selber ansehen. Betende Menschen wissen von ihren Grenzen und Begrenzungen. Indem sie sich selbst als Geschöpf annehmen, erkennen sie die größere Macht, Kraft und Herrlichkeit dieses Gegenübers an. Sie wenden sich in einer bestimmten Haltung an Gott. Im Beten lassen sie Gott Gottwerden. Und bleiben selber Mensch. 

II Höre ich Gott?

Einer der Gründe für die vielen Geschichten in der Bibel und für das Beten überhaupt ist das, was dann geschieht. Als Beterin mache ich eine gänzlich unerwartete Erfahrung: Ich bin eben nicht nur kleines Geschöpf vor dem großen GottGott schaut mich an. So wie Hagar das in der lebensbedrohlichen Wüste erlebte: du, Gott, siehst mich. Ich bin dir wichtig. Ich bin würdig zu leben, in deiner Gegenwart zu leben. Im Beten erfahre mich als Teil des Ganzen. Vor Gott erkenne ich meine Würde. Er macht mich nicht klein. Im Gegenteil. Er begibt sich auf meine Ebene. Kommt sozusagen zu mir. Gott macht sich klein für mich. 

Diese Erfahrung lässt mich aufhorchen, lässt mich hören. Denn wenn Gott hört, dann antwortet er womöglich auch. Tatsächlich bezeugen das unzählige Beter*innen. Und ebenso unzählige Möglichkeiten der Antwortform sind bezeugt. Wie wir Menschen wiederum Gott hören – dafür gibt es kaum Worte. Bilder und Analogien helfen uns, das kaum sagbare zu benennen. Oft wird diese Erfahrung Gottes mit dem Heiligen Geist verbunden. Da Gott uns mit seinem Atem, seinem Geist, zum Menschsein erweckt (das ist im Hebräischen dasselbe Wort: ruach), sind wir mit seinem „Geist“ erfüllt. Und können folglich als sein Geschöpf den Schöpfer auch verstehen. 

Eine Kollegin hat das mal so beschrieben: 

Beim Beten fällt ihr plötzlich der Name einer Freundin ein. Ganz deutlich ist ihr, dass diese Freundin eine Ermutigung brauchen könnte. Obwohl sie sicher schon bei der Arbeit ist und sie selber mitten im Gebet, hört die Kollegin auf diese innere Wahrnehmung. Sie sendet der Freundin ein kurze, ermutigende Sprachnachricht – und bekommt einige Stunden darauf ein herzliches Dankeschön. Für die Freundin war es die Ermutigung, die sie angesichts ihres besonderen Tages von Gott erbeten hatte.

Ich kenne solche Erfahrungen auch. Und glaube nicht an Zufälle, sondern an die besondere Verbindung, die Beterinnen und Beter zu Gott haben und auch mit Menschen haben können. Beten verändert meine Haltung zu mir selber, und dann auch die Haltung zu meiner Nächsten. Und ich glaube auch, dass wir empfindsamer, aufmerksamer werden als Beter*innen. Regelmäßiges Beten bringt uns näher zu den Menschen. Nicht umsonst war das schon in der frühen Kirche bis heute ein Thema: Beten ist kein Selbstzweck. Wer für sein Ansehen betet oder um eine religiöse Norm zu erfüllen, der verfehlt die entscheidende Erfahrung. Aus dem Beten resultiert letztlich immer das Tun. 

III Und wie kommen wir zusammen?

Aber wie geht das nun? Zum Glück war das auch die Frage der Jünger Jesu. Vielleicht sind sie neugierig geworden. Täglich hatten sie den offenbar mehrfach betenden Jesus vor sich. Was hat es mit dem Beten auf sich? Ist es womöglich der Grund für Jesu besondere Art? Und neidisch waren die Jünger vielleicht auch. Immerhin hatte Johannes der Täufer seine Jünger sozusagen eingeweiht ins Beten. Die Jünger Jesu jedenfalls wollen auch eingeweiht werden erzählt Lukas: Beten lernen. Und Jesus entspricht dem ohne Umschweife. Er gibt ihnen ein Gebet.

Ein Gebet, dass auch heute noch, nach 2000 Jahren gebetet wird, auf er ganzen Welt. Es ist eine wunderbare Art, die Verbindung zu Gott aufzunehmen – und zu halten. Wer keine eigenen Worte hat, findet sie hier. Jesus sagt (Mt 6,9-13):

„Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel!  

Dein Name werde geheiligt.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. 

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, 

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Jesus bekräftigt, dass wir nicht viele Worte brauchen, um Verbindung zum Vater aufzunehmen. Er, Gott, weiß was wir brauchen, bevor wir ihn bitten. 

Die Verheißung über dem Beten ist genau die, dass ich mich als gesehenes und geliebtes Geschöpf vor Gott, meinem Schöpfer, erfahren kann. Er hat mir Leben geschenkt. Im Gebet erkenne ich, dass ich eine unverlierbare Würde habe. Neben dem, was mir für mein Leben wichtig erscheint, schenkt mir das Beten auch die Freiheit, die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen. 

Beten verbindet Menschen – deshalb tun wir es unter anderem auch zusammen im Gottesdienst. Die Kraft des Gebets, des Vaterunsers oder eigener Gebete, kann dabei jeder erfahren. Vom Beten ist niemand ausgeschlossen. Wir müssen es nicht lernen. Wir brauchen nur bereit und neugierig zu sein auf diese besondere Verbindung zu Gott. Im Tun entsteht dann Neues – die Erfahrung vom Gott, der mich hört und den ich hören kann.

Das wünsche ich Ihnen! 

Amen.

Blumen an der Rampe

8. Mai 2020, das Kriegsende jährte sich zum 75. Mal: Blumen für die Opfer an relevanten Orten ablegen, das war die Idee einer Aktion, bei der sich auch Claudia Barth und Jenne Michaelis im Namen der Gemeinde beteiligten. Mehr Fotos finden sich hier auf der Seite der Aktion.

Wo ist Gott in der Corona-Krise? – Karfreitagsgedanken

Wo ist Gott in der Corona-Krise? So viel Leiden – und Gott?

Manche sagen: Jetzt straft Gott die Menschheit. Andere wollen den Teufel austreiben. Andere sagen: Gott wird uns auch nicht helfen. Wo ist Gott?

An Karfreitag sehen wir, wie Jesus am Kreuz stirbt. Und denken an all das Leid in der Welt. Die Jüngerinnen und Jünger fragen sich auch: Was geschieht denn jetzt? Wieso tut Gott denn nichts? Ihr Weltbild bricht zusammen.

Aber dann erleben sie, dass Jesus nicht einfach weg ist. Sein Geist lebt – er selbst lebt! Er lebt in ihnen. Sie merken: Das was sie mit Jesus und untereinander verbindet ist stärker als der Tod.

Und damit hat sich für sie etwas verändert: Sie sehen jetzt Jesus nicht mehr als den Gescheiterten, sondern wirklich als den, in dem Gott ihnen nah gekommen ist – als Sohn Gottes, sie können es nicht mehr anders sagen, obwohl das eigentlich nicht „political correct“ ist, das kann man eigentlich nicht so sagen. Aber sie können nicht anders.

Damit verändert sich aber noch mehr. Damit ist sozusagen Gott selbst am Kreuz gestorben. Was das bedeutet, hat die Christenheit noch länger beschäftigt, und ich denke, es bleibt ein Rätsel.

Aber ich sehe das als Chance und als Stärke. Gott ist nicht nur der Gott aben im Himmel, der mächtige, der Herr der Geschichte. Sondern Gott ist auch mitten im Leiden. Und auch in den Menschen, die lieben und mitleiden und versuchen, leiden zu verhindern oder wenigstens zu lindern.

Die Rede von der Dreieinigkeit Gottes ist ein Versuch, dieser Komplexität gerecht zu werden. Gott ist vielfältig, mindestens dreifältig, und trotzdem einer.

Wo ist Gott in der Corona-Krise?

Online-Predigt Palmsonntag

Palmsonntag, 05.4.2020   PREDIGT zu Mk 14,3-9 – von Pfarrerin Claudia Barth

I Jesus zieht in Jerusalem ein

Die Bilder kennen wir alle: wenn nicht aus der biblischen Erzählung, dann von anderen Heilsbringern, die mannigfaltig auftreten und sich gerne feiern lassen. Alle jubeln dem Einen zu, während er in die Stadt einzieht. Für manche Zeitgenossen damals war auch Jesus nur einer dieser Vielen, die zumindest in den Augen der Römer nur Unruhe in die Stadt brachten. Und so kurz vor dem Fest können sie so einen schon gar nicht brauchen: Zu Pessach ist die Stadt so voll mit Pilgern, dass religiöse Sonderwege am besten gleich unterbunden werden. Für andere ist Jesus aber viel mehr. Sie sehen in ihm den versprochenen Heilsbringer, den Messias. Seine Worte und sein Handeln haben sie überzeugt, dass er das Reich Gottes hier auf der Erde begründen wird. Voller Erwartung begleiten sie seinen Weg. Sie erleben den triumphalen Einzug in Jerusalem mit, sehen die Begeisterung der Menge und hoffen darauf, dass Jesus nun seine Macht als Sohn Gottes zeigen wird. Alles lässt sich wunderbar an. Die Anhänger von Jesus sind überzeugt, dass zu diesem Passahfest alles anders werden wird. Denn Jesus ist in Jerusalem eingezogen. Jetzt wird sein Reich Formen annehmen. 

II Der Messias kommt – anders

„Lea! Shalom – da bist du ja endlich.“

„Miriam, wie gut, dich zu sehen! Ich muss dir unbedingt etwas erzählen.“

„Hast du ihn schon gesehen, Lea?“

„Du meinst Jesus? Ja, beim Einzug hier in Jerusalem, bei diesem unglaublichen Gedränge.“

„Ich bin so froh, Lea. Jetzt wird endlich alles anders! Wenn Jesus hier ist, dann sind wir die Römer bald los. ER wird alles anders machen.“

„Das glaube ich auch, Miriam. Aber mir ist trotzdem unwohl. Dieses Hosianna- Geschrei war mir etwas unheimlich. Die meisten Leute kennen Jesus doch gar nicht. Die sind einfach nur mitgelaufen.“

„Aber sie haben von ihm gehört! Es wird ja auch überall erzählt, dass er Lazarus auferweckt hat. Und die vielen Menschen am See satt gemacht hat. Und …“

„Ja, Miriam, das weiß ich doch alles. Aber ich frage mich, ob Jesus diese ganzen Erwartungen überhaupt erfüllen will. Z.b. die Römer vertreiben oder selber König werden. Ich habe das Gefühl, dass es ihm um was ganz anderes geht.“

„Lea, du hast es doch auch gehört und geglaubt: Jesus ist Gottes Sohn. Er ist der Gesalbte, unser Retter. Und bestimmt wird er alles tun, damit wir wieder in Frieden und Gerechtigkeit leben können. Und eben ohne die Römer. Deshalb ist er hierher nach Jerusalem gekommen. Das ist sein Weg.“

„Oh Miriam, ich wünschte, ich könnte auch so reden. Aber ich fürchte, Jesu Weg wird anders weitergehen als wir denken. Es ist gefährlich hier in Jerusalem. Die Römer sind nicht gerade zimperlich, wenn sie ihre gesellschaftliche Ruhe gefährdet sehen. Gerade jetzt zum Fest dulden die bestimmt keinen, der so einen Auflauf wie vor ein paar Tagen hervorruft. Und dann habe ich jetzt von dieser Begegnung in Betanien gehört. Das hat mich nochmal beunruhigt.“

„Was ist dort geschehen? Jesus war bestimmt heute dort.“

„Ja, gestern und heute wohl auch. Er war bei Simon dem Aussätzigen eingeladen. Und stell dir vor, da kam eine Frau – ich glaube aus Magdala -, die hatte ein kostbares Öl dabei. Und sie hat Jesus damit gesalbt als er dort bei Tisch lag. Mit dem ganzen Öl!“

„Ach du meine Güte! Das war bestimmt ein Vermögen, das sie da über ihn gegossen hat! Und Jesus? Wie hat er reagiert?“

„Jesus hat sie verteidigt! Tatsächlich haben sich die anderen Gäste mehr aufgeregt als er. Von wegen, das Öl hätte man doch verkaufen können und das Geld an Arme spenden und so. Sie haben die Frau wohl sehr beschimpft. Jesus hat die Frau beruhigt. Für ihn wäre es wie eine vorgezogene Salbung zu seinem Begräbnis. Und sie sollten sich mal nicht so aufregen; die Frau hätte ein gutes Werk an ihm getan. Andere haben erzählt, sie hätte sogar mit ihren Tränen seine Füße benetzt und mit ihren Haaren getrocknet!“

„Das wäre wirklich sehr mutig von ihr!“

„Jesus hat den schimpfenden Männern vorgehalten, dass die Frau mit mehr Liebe an ihm gehandelt hat als sie. Er hat es als Liebesdienst aufgefasst. Aber ich verstehe sein Wort von der Salbung zum Begräbnis nicht. Warum sagt er sowas?“

„Das hätte ich auch nicht erwartet. Du hast recht, Lea. So redet keiner, der in Kürze die Macht übernimmt und alles neu machen will. Und du bist sicher, dass Jesus das so gesagt hat?“

„Ja, ganz sicher. Er soll sogar noch gesagt haben: ´Den Armen könnt ihr jederzeit helfen, wenn ihr wollt. Aber Ich bin nicht immer bei euch.` Deshalb bin ich so unruhig.“

„Das hört sich fast wie eine Warnung an: Jetzt könnt ihr mir noch Gutes tun wie diese Frau. Aber bald geht das nicht mehr. Vielleicht müssen wir wirklich genauer hinschauen, Lea. Vielleicht ist der Weg, den er gehen will, ganz anders als wir dachten.“   Aber was sollten wir ohne ihn tun?

„Und vielleicht braucht Jesus mehr Menschen wie diese Frau. Die ihn mit Liebe auf seinem Weg begleiten. Und auch da sind, wenn dieser Weg anders als erwartet weitergeht.“

„Lea, Miriam! Kommt mit, ihr zwei! Jesus ist im Tempel und da soll große Aufregung sein …“

III Jesus kommt – kommen wir zu ihm?

Jesus ist seinen Weg gegangen. In Jüdäa und vor allem in Galiläa, am See Genezareth, hat er gewirkt. Geheilt, gepredigt, ermutigt. Jesus geht den Weg, den er vor sich liegen sieht. Trotz Ängsten macht er sich auf nach Jerusalem. Er ahnt, dass es ein Weg des Leidens werden wird. Immer wieder deutet er seinen Jüngern das an. Aber sie, die sie ihm so nah sind, sehen und verstehen nicht.

Die Frau in Betanien, die erkennt mehr. Sie sieht den Menschen Jesus auf seinem Weg. Und nimmt seine menschlichen Fragen und Ängste wahr. Im Lukasvangelium wird erzählt, dass die Frau weint. Sie spürt seine Not. Er leidet an dieser Welt, von der er ahnt, dass er auch durch sie leiden wird. Die Frau ist nach den Passionsgeschichten eine der ersten an seiner Seite, als er in Jerusalem ist. Sie geht seinen Weg des Leidens mit. Sie ist bereit, sich einzulassen auf diesen ungewissen Weg Jesu. Und vielleicht weint sie auch, weil sie schon die Trauer über den Verlust Jesu spürt. Er wird nicht so bleiben, wie sie ihn kannten.

Die Frau mit dem Öl handelt aus Liebe. Sie lässt sich anrühren von der Menschlichkeit Jesu. Seine Unsicherheit bringt sie dazu, menschlich zu handeln. Seine Kraftlosigkeit berührt und bewegt letztlich Menschen auf der Via Dolorosa menschlich zu handeln: die Frauen, die mit ihm weinen und ihm den Schweiß abwischen, Simon von Kyrene, der ihm das Kreuz trägt, die Frauen unter dem Kreuz, die bleiben. 

Die Frau mit dem Öl hat etwas verstanden von der Menschlichkeit Gottes. Viele Jünger taten und tun sich schwer damit, weil sie nur auf die Macht schauen, die was verändern soll. Aber im Weg Jesu scheint etwas anderes auf: die Ohnmacht verändert auch. In der Ohnmacht Jesu stellen sich Menschen an seine Seite, gehen mit, handeln menschlich. Handeln aus Liebe.

Diesen Gedanken will ich mit in die Karwoche nehmen. Der menschliche Gott, der ohnmächtig der Welt ausgeliefert ist, ist gleichzeitig mein Gott, der mich zum Menschen macht. Indem ich wie die Frau mit dem Öl aus Liebe am Menschen handele, erfahre ich die Gegenwart Gottes. Der Blick auf Jesu Leiden verwandelt mich – und erstaunt entdecke ich, dass Neues aufwächst. Gottes Reich wächst schon mitten unter uns, sein Reich der Liebe.

Seine Gegenwart begleite uns in diesen Tagen.

Amen.

Salbung

Musikalische Matinee in der Erlöserkirche

Die Hoffnungskirchengemeinde lädt herzlich ein zu einer

musikalischen Matinee am Sonntagvormittag, 1. März 2020

in die Erlöserkirche Fasanenhof.

Studierende der Musikakademie Kassel stellen das Programm vor, das sie für ihre Kammermusikprüfungen einstudiert haben. Auf dem Programm stehen Werke von Debussy und Schubert für Klaviertrio, von Bach für Violine und von Vièrne für Orgel.

Beginn um 11 Uhr nach dem Gottesdienst, Erlöserkirche Fasanenhof, Grillparzerstraße 13.

Musikalische Matinee am Sonntagvormittag – März 2020 – 11 Uhr

Erlöserkirche Fasanenhof

Louis Vièrne (1870-1937) Pièces en style libre, Opus 31 Epitaphe Haeun Yoon, Orgel
James Hotchkiss Rogers (1857-1940) Miniature Suite für Orgel 4. Toccatina Haeun Yoon, Orgel
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Partita für Violine No.2 d-Moll, BWV 1004 Allemande Isabella von Schlieffen, Violine
Claude Debussy (1862-1918) Klaviertrio G-Dur Andantino con moto allegro – Allegro appassionato – Tempo primo  
Franz Schubert (1797-1828) Klaviertrio Es-Dur, Opus 100 Andante con moto Isabella von Schlieffen, Violine Florian Kunert, Violoncello Haeun Yoon, Klavier