Bibelarbeit zum Kirchentag mit Bischöfin, Bischof und Palaver Rhababa

Zum Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt ist eine Bibelarbeit von unserer Bischöfin Beate Hofmann gemeinsam mit Bischof Michael Gerber vom katholischen Bistum Fulda entstanden, an der unsere interkulturelle Musikgruppe Palaver Rhababa mit zwei Ausschnitten aus Musikvideo-Beiträgen beteiligt war. Auch die Neue Brüderkirche kommt als Drehort vor, Dalal von Palaver Rhababa wurde interviewt.

Hier das Video der Bibelarbeit auf der Seite des Ökumenischen Kirchentags.

Auch die vollständigen Musikvideos, die das Medienhaus der EKKW (Christian Schauderna) mit Palaver Rhababa gedreht hat, können Sie sich ansehen.

Predigt zu Karfreitag 2021

Von Pfarrerin Claudia Barth

Predigtimpuls

„Denn so sehr hat Gott diese Welt geliebt: Er hat seinen einzigen Sohn hergegeben, damit keiner verloren geht, der an ihn glaubt. Sondern damit er das ewige Leben erhält.“    Johannes 3,16

Die Kirchturmuhr schlug nicht mehr. In der Karwoche ist das eine merkwürdige Erfahrung. Habe ich etwas verpasst? Schweigen die Glocken jetzt auch schon vor Karfreitag? Ich habe herumgefragt. Einige hatten gar nichts bemerkt, anderen fehlte der Stundenschlag sehr. Selbst die Erzieherinnen in der Kindertagesstätte orientieren sich an der Kirchturmuhr. Und dann schlägt sie einfach nicht mehr! Wahrscheinlich war es nur eine defekte Sicherung. Aber es ist erstaunlich, dass uns das so bewegt mit der Zeit. Anlässlich der Zeitumstellung war letzte Woche sogar ein Zeitforscher im Interview zu hören. Der hat sehr deutlich gemacht, dass die Uhr nicht gleich „Zeit“ ist. Uhren sind Hilfsmittel. Damit versuchen wir etwas festzulegen, was individuell höchst verschieden erlebt wird. Rennt für mich gerade die Zeit, weil viel gleichzeitig zu bedenken ist, scheint sie für meine Nachbarin nicht vom Fleck zu kommen. Sie hat so eine Ahnung von dem Ewigkeitscharakter der Zeit. Dabei – wir selber wissen genau, dass wir endlich sind. Ist Zeit unendlich und deshalb so besonders für uns?

Ich habe einen Lieblingsfilm, der mich gerade deshalb so anspricht, weil er die vergehende Zeit sichtbar macht: gegenwärtige Zeit, Zeit vergangener Zeiten, schwere Zeiten und Zeiten der Liebe, gefüllte Zeit und Sehnsuchtszeit dargestellt an einer Familiengeschichte durch die Generationen.

Tatsächlich bleibt manchmal die Zeit stehen: bei besonderen Ereignissen trifft es uns so, dass wir den Augenblick, die Gegenwart, besonders intensiv wahrnehmen. Und uns noch Jahre und Jahrzehnte später erinnern, wo wir waren und wie wir uns gefühlt haben. Solche Erfahrungen haben das Zeug, unser Zeitempfinden zu verändern. Nicht nur für die Angehörigen der Opfer von Hanau gibt es seit dem 19. Febr. 2020 ein Davor und ein Danach. Aber auch die schönen Lebenswenden wie Hochzeit oder Geburt der Kinder strukturieren unser Leben. Nicht umsonst feiern wir zu diesen besonderen Zeiten.

Jesus hat sein Leben wie wir Menschen auch gelebt. Mit menschlichen Augen betrachtet, scheitert er am Ende. Er wird gefangengenommen, verurteilt und verspottet, gequält und gekreuzigt. Sein Tod ist unausweichlich. Jesus weiß das. Dennoch hält er diese Gegenwart aus. Für seine Jüngerinnen und Jünger bleibt dagegen die Zeit stehen. Die menschliche Zeit. Die Zeit Gottes hat andere Maßeinheiten. Vielleicht war das Besondere an Jesus, dass er sein Leben und Ergehen in diese Gotteszeit einordnen konnte. Einordnen in die Ewigkeit Gottes.

Karfreitag, der Tod Jesu, ist eine Zäsur. Auch für uns heute, gut 2000 Jahre später ist das so. Auch das ist eine besondere Erfahrung von Zeit. Schon Jesu Leben schafft ein Davor und ein Danach – immerhin sprechen wir historisch von „vor Christus“ und „nach Christus“. Sein Tod am Kreuz ist es, der alles verändert. Er hat Zweifel und Enttäuschung, Wut und Ergebenheit bei denen ausgelöst, die das miterlebt haben. Alles scheint in die falsche Richtung zu laufen, nach menschlichem Verständnis.

Mit dem Blick der Jünger*innen zurück auf diese Erfahrung suchen sie nach Antworten. Die Begegnung mit dem Auferstandenen ermöglicht ihnen letztlich, den eigenen Blick zu weiten. Gottes Gedanken sind größer als unsere, das wurde in allen Zeiten festgehalten, aber gleichzeitig wurden Antworten gesucht, wie es sein kann, dass ein Tod, Jesu Tod, etwas Gutes ist. Für mich ist es entscheidend, dass das Verhältnis zwischen Gott und Mensch neu gedacht wurde. Dass wir als Ebenbilder Gottes geschaffen wurden und gleichzeitig Gott in einem Menschen, Jesus, uns gleich wurde (Philipper 2), lässt wenig Raum für ein Machtgefälle zwischen Gott und Menschen. Meine Antwort ist: Solchen Ausgleich kann nur die Liebe schaffen.

„Denn so sehr hat Gott diese Welt geliebt: Er hat seinen einzigen Sohn hergegeben, damit keiner verloren geht, der an ihn glaubt. Sondern damit er das ewige Leben erhält.“    Johannes 3,16

 Als Liebender setzt Gott alles dafür ein, damit wir leben können – und eben nicht an Leid, Not und Tod scheitern müssen. Das, was unser Leben behindert, steht nicht zwischen Gott und Mensch. In dem, was Jesus erlebt und erlitten hat, ist es ein für allemal aufgehoben. Gott will mit uns Menschen auf Augenhöhe zu tun haben. Am Anfang dieser Erkenntnis und dieses Glaubens steht der Tod Jesu. Da geht es um Befreiung. Befreiung von der Macht des Todes, von der Erdenschwere. Und damit kommt dann wieder die Zeit Gottes in den Blick. Die Ewigkeit ist unsere Perspektive.

„Denn so sehr hat Gott diese Welt geliebt: Er hat seinen einzigen Sohn hergegeben, damit keiner verloren geht, der an ihn glaubt. Sondern damit er das ewige Leben erhält.“ Joh 3,16

Das ist eine Formulierung der Zeitrechnung Gottes: hinter dem Tod Jesu erkennen wir eine andere Wirklichkeit, die ewige Wirklichkeit Gottes. Jesu Tod geschieht insofern „für uns“. Weil er uns veranlasst, genauer hinzuschauen und das Geheimnis zu begreifen: Gottes Liebe bringt uns und trägt uns im Leben.

Dabei ist es auch ein Geheimnis der Zeit, wie für Menschen aller Zeiten dieser Glaube gegenwärtig werden kann. Gottes Liebe können wir heute genauso erleben wie Menschen vor uns sie erlebt haben und Menschen nach uns sie erleben werden.

Und so können auch schweigende Glocken vor Karfreitag sehr beredt sein: es ist aus der Zeit gefallen, was da geschieht. Und es ist gut, dass es solche Anlässe gibt wie den Karfreitag, wenn wir uns das bewusst machen: Gottes Zeit bricht in unsere Zeit, in unser gegenwärtiges Leben, ein. Seine Liebe umfängt uns immer. Das ist die Antwort am Karfreitag.

Amen.  

OStern – unsere Angebote

Sie sind herzlich willkommen zu unseren Online Gottesdiensten. Den Link dazu finden Sie hier:

Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/3647846494?pwd=T1VBb0xDZ1B1OE9vaUduOGFKbnlwdz09

Meeting-ID: 364 784 6494
Kenncode: 004386

Wenn Sie zu den Feiertagen gerne mal in einer Kirche sein würden, sind Sie herzlich zur Offenen Kirche in die Erlöserkirche Fasanenhof eingeladen. Dort gibt es auch etwas zum Mitnehmen.

1.4. Gründonnerstag18.00 Uhr Online Gottesdienst
2.4. Karfreitag09.30-11.30 UhrOffene Kirche Erlöserkirche
15.00 Uhr Online Gottesdienst
4.4. Ostersonntag06.00-08.00 Uhr Offene Kirche Erlöserkirche
11.15 UhrOnline Gottesdienst
5.4. Ostermontag 09.30-11.30 Uhr Offene Kirche Erlöserkirche

                  FROHE und GESEGNETE OSTERTAGE!

Worauf bauen wir?

Worauf bauen wir? Das Motto des Weltgebetstags ist auch für uns eine Herausforderung.

Worauf bauen wir in der Corona-Zeit? Bestimmt auf die Impfungen. Deshalb warten wir so sehnsüchtig darauf, deshalb ist es so schade, dass es mit den Impfungen langsamer vorangeht als erhofft. Aber wahrscheinlich brauchen wir doch mehr, um diese Krise zu bewältigen.

Die Geschichte vom Bauen auf Sand oder Felsen im Matthäusevangelium steht am Ende der Bergpredigt:

24Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. 25Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.

26Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. 27Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß.

28Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, dass sich das Volk 

entsetzte über seine Lehre; 29denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.

Sie ist erstmal nicht besonders überraschend, denn natürlich ist es sicherer, sein Haus auf Fels zu bauen. Aber Jesus schlägt vor, sein Lebenshaus auf die Bergpredigt zu bauen. Und die bietet scheinbar erstmal alles andere als Sicherheit. Seine Feinde lieben? Radikal vergeben? Die andere Wange auch hinhalten? Das ist das Haus, auf Fels gebaut? Ziemlich provozierend.

Was ist aus dem großen Thema Solidarität geworden? Afrikanische Länder zahlen viel mehr für die Impfstoffe als die Europäische Union. Und auch in Deutschland gibt es Gerechtigkeitsprobleme. Bauen wir unser Haus auf Fels, wagen wir Solidarität!  

Wir merken: Sehr vieles entsteht in der Nachbarschaft und unter Freunden. Wir freuen uns immer wieder zu hören, wie viel gegenseitige Unterstützung da entsteht. Dafür danken wir Ihnen herzlich! Gleichzeitig versuchen wir auch als Gemeinde einen Beitrag zu leisten, mit Lebensmittelverteilung und Kleiderkammer, Nachbarschaftshilfe usw.. Wenn Sie Hilfe oder ein Gespräch brauchen, melden Sie sich gerne!

Ihr Pfarrer Stefan Nadolny

Weltgebetstag Vanuatu 2021

Freitag, 5.3.21,16 Uhr Erlöserkirche Fasanenhof

„Worauf bauen wir?“ ist das Thema des diesjährigen Weltgebetstags der Frauen, der immer am ersten Freitag im März gefeiert wird. Die Frauen aus Vanuatu, einem Inselstaat im Südpazifik rücken damit eine Frage in den Mittelpunkt, die wir uns alle stellen sollten.

Vanuatu ist eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder. Die Menschen dort, die Ni-Vanuatu, erleben in einem paradiesischen Umfeld starke Veränderungen bei den Wassertemperaturen, beim Regen und vor allem bei den stärker werdenden Wirbelstürmen und Zyklonen. Dabei leben die Menschen hier im Einklang mit ihrer Umwelt ohne sie auszubeuten, und Vanuatu hat schon seit Jahren ein Plastikverbot erlassen und setzt es um. Das hat positive Auswirkungen auf die traditionelle Wirtschaft und die Zufriedenheit der Ni-Vanuatu. Die Menschen dort bauen auf die Natur, die ihnen die Grundlagen des Lebens schenkt, und auf ihren christlichen Glauben, der sie die Schöpfung dankbar annehmen, aber auch schützen lässt.

Das Wort Jesu stellen die Frauen aus Vanuatu für den Weltgebetstag in den Mittelpunkt. In der Bergpredigt füllt er die alten Regeln neu. Am Ende nutzt er ein eindrückliches Bild: ein Haus auf Felsen kann den Stürmen trotzen, ein Haus auf Sand geht unter. Jesus wirbt dafür, dass wir unser Lebens- und Glaubenshaus auf ihn, auf sein Wort gründen: „Alle, die nun meine Worte hören und entsprechend handeln, werden einer klugen Frau, einem vernünftigen Mann ähnlich sein, die ihr Haus auf Felsen bauten.“ Mt 7,24 (Übersetzung: Bibel in gerechter Sprache, BigS).

Auf die Frage der WGT- Frauen müssen auch wir eine Antwort finden. Hören und Handeln sind offenbar entscheidend. Mit dem Hören auf das Wort Jesu und dem Handeln im Blick auf das Reich Gottes kann viel Gutes entstehen. Jesus gibt uns Orientierung. “Was willst du?“ fragt er Menschen und hört auf ihre Not. Und zum Handeln motiviert er uns mit der Goldenen Regel: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, tut es ihnen ebenso.“ Mt 7,12 (BigS) Wenn wir immer wieder auf sein Wort hören und in unserem Umfeld danach handeln, können wir das Reich Gottes unter uns bauen. Dann steht unser Lebenshaus auf festem Untergrund.

Ganz konkret wird es in der Hoffnungskirchengemeinde mit der Umgestaltung von Kindertagesstätte, Gemeindehaus und Erlöserkirche am Fasanenhof. Kinder brauchen einen schönen und sicheren Ort. Deshalb wird es zukünftig fünf Gruppen in der Ev. Kita Fasanenhof geben. Familien, Alleinlebende, alte und junge Menschen, können in der Kirche nicht nur Gottesdienst feiern, sondern sich in neuen Räumen treffen und vielfältige Gemeinschaft erfahren. Die Baumaßnahmen werden im Laufe des Sommers beginnen und wir werden Sie hier immer wieder über den Stand informieren. 

Ihre Pfarrerin Claudia Barth

Interreligiöser Gesprächsabend

17. März, 20 Uhr online:

Religion und (Anti-)Rassismus
Das Miteinander zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft im Koran und in der Bibel

Wir wissen: Der Frieden ist zerbrechlich und muss immer wieder gefördert werden.

Wir fragen uns: Was können wir für ein nicht-rassistisches Miteinander tun, als Einzelne und Gemeinden? Was erwarten wir von staatlichen Einrichtungen und was von den Religionsgemeinschaften?

Wir hören Impulse aus den heiligen Schriften und tauschen uns darüber aus.

Bitte melden Sie sich an bei Pfarrer Nadolny oder per Mail an kooperationsraum.kassel.nordost@ekkw.de, dann bekommen Sie Anmeldedaten.

Es laden ein das Katholische Dekanat (Stefan Ahr), das Islamische Zentrum (Imam Mahmoud Abdulaziz) und die Ev. Hoffnungskirchengemeinde (Pfarrer Stefan Nadolny).

Bibelgespräche

Jeweils am zweiten und am vierten Montag eines Monats finden um 18.30 Bibelgespräche statt—während der Corona-Zeit online, bei besseren Zahlen auch wieder „analog“. Bitte melden Sie sich an bei Pfarrerin Barth oder Pfarrer Nadolny an:

Claudia.Barth@ekkw.de

Stefan.Nadolny@ekkw.de

In der Regel lädt für den zweiten Montag eines Monats Claudia Barth ein, für den vierten Montag eines Monats Stefan Nadolny.

Online-Gottesdienste

Die Online-Gottesdienste beginnen um 11.15 Uhr (wie die Gottesdienst in der Neuen Brüderkirche).

Die Daten der Online-Gottesdienste finden Sie auf der Seite Gottesdienste.

Sie finden in Zukunft immer über diesen Link statt:

Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/3647846494?pwd=T1VBb0xDZ1B1OE9vaUduOGFKbnlwdz09

Meeting-ID: 364 784 6494
Kenncode: 004386
Es ist auch möglich, folgende Telefonnummer anzurufen und hörend teilzunehmen: +49 695 050 2596. Meeting-ID und Kenncode müssen dann über die Tastatur eingegeben werden.

Am Computer kann man einfach auf den Link klicken und teilnehmen. Auf dem Handy muss man sich die App Zoom runterladen (kostenlos).

Die Online-Gottesdienste finden auf Zoom statt, mit eher wenig Predigt, stattdessen mit Austausch und Meditation usw..

Herzlich Willkommen in der Erlöserkirche Fasanenhof und in der Neuen Brüderkirche!