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Herzlich willkommen auf den Seiten der Ev. Hoffnungskirchengemeinde!

 

Advent heißt Ankunft, wir warten auf die Ankunft Gottes in unserer Welt. Wir warten—auf Besserung. Auf den Traumprinz. Darauf, dass alle unsere Probleme mit einem Schlag gelöst sind. Wir erwarten zu viel voneinander. Wir können es kaum erwarten. Wir warten, bis jemand mal Zeit hat. Manchmal müssen wir warten. Manchmal aber auch nicht, sondern handeln. Wir warten auf das Monatsende. Wir warten auf die Genehmigung eines Antrags. Asylantrag, Arbeitserlaubnis, Jobcenter, Elterngeld.

Wir warten auf die Ankunft Gottes in unserer Welt. Und dann kommt er nicht mit Macht und Gewalt, sondern als kleines Kind.

Worauf warten wir eigentlich?

Ihr Pfarrer Nadolny

 

 

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)

Advent feiern heißt warten können;

Warten ist eine Kunst, die unsere ungeduldige Zeit vergessen hat. Sie will die reife Frucht brechen, wenn sie kaum den Sprößling setzte; aber die gierigen Augen werden nur allzu oft betrogen, indem die scheinbar so köstliche Frucht von innen noch grün ist, und respektlose Hände werfen undankbar beiseite, was ihnen so Enttäuschung brachte.

Wer nicht die herbe Seligkeit des Wartens, das heißt des Entbehrens in Hoffnung, kennt, der wird nie den ganzen Segen der Erfüllung erfahren.

Wer nicht weiß, wie es einem zumute ist, der bange ringt mit den tiefsten Fragen des Lebens, seines Lebens, und wartend, sehnend ausschaut bis sich die Wahrheit ihm entschleiert, der kann sich nichts von der Herrlichkeit dieses Augenblicks, indem die Klarheit aufleuchtet träumen, und wer nicht um die Freundschaft, um die Liebe eines anderen werben will, wartendseine Seele aufschließt der Seele des anderen, bis sie kommt, bis sie Einzug hält, dem bleibt der tiefste Segen eines Lebens zweier Seelen ineinander für ewig verborgen.

Auf die größten, tiefsten, zartesten Dinge in der Welt müssen wir warten, da gehts nicht im Sturm, sondern nach den göttlichen Gesetzen des Keimens und Wachsens und Werdens.

 

Quelle: Barcelona, Berlin, Amerika 1928-1931, DBW Band 10, Seite 529