Gerade jetzt! Video zur Kirchenvorstandswahl

Mit unserem Video zur Kirchenvorstandswahl hat unsere Gemeinde den ersten Preis beim Videowettbewerb der Landeskirche zur Kirchenvorstandswahl gewonnen.

Auf der Seite der EKKW ist zu lesen: „Nach Ansicht der Jury hatte der Videoclip der Hoffnungskirchengemeinde Kassel die Ausschreibungskriterien am besten erfüllt. Jurymitglied Annette Schriefers hob lobend hervor, dass dieser Beitrag das Kampagnenmotto nicht nur wortwörtlich aufgreife, sondern ihn auch weiterentwickele: GERADE JETZT, GERADE DU. Der Film lebe von dem selbstkomponierten Song, so Schriefers. Darüber hinaus sei es der Gemeinde gelungen, diesen Song mit einfachsten Mitteln hervorragend optisch umzusetzen: Unterschiedliche Mitglieder der Gemeinde riefen zum Mitmachen auf und vermittelten, «dass es egal ist, wie alt Du bist. Egal, wie Du Dich kleidest oder welche Hautfarbe Du hast. Wir ALLE sind aufgerufen, uns zu beteiligen.» Diese Botschaft habe die Jury überzeugt, der Hoffnungskirchengemeinde den ersten Preis in Höhe von 800 Euro zuzusprechen.“

Mehr zum Wettbewerb hier auf der Seite der Landeskirche. Dort finden sich auch die anderen wunderbaren Videos aus anderen Gemeinde – lohnt sich ebenfalls anzuschauen, macht Spaß!

Iranischer Musikabend mit der Gruppe Dilan

Klänge aus dem Iran sind am Samstag, den 10. August im Stadtteilzentrum Wesertor (Weserstraße 26) zu hören. Zu einem Musikabend mit der Gruppe „Dilan Ensemble“ lädt die AG Kultur im Stadtteilzentrum gemeinsam mit dem Verein Kulturfabrik Salzmann und der Ev. Hoffnungskirchengemeinde ein. Das in Kassel durch zahlreiche Auftritte bereits bekannte Ensemble spielt in diesem Projekt neben klassischer iranischer Musik auch iranische Popmusik. Einlass, 19.30 Uhr, Beginn 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Herzliche Einladung!

Ausstellung Hearspells von Andara Shastika

Wir laden herzlich ein zur Ausstellung „Hearspells“ von Andara Shastika, Absolventin der Kunsthochschule Kassel. Die Eröffnung ist am Dienstag, den 13.8. um 17 Uhr in der Neuen Brüderkirche.

Herzliche Einladung auch zum Kunst-Gottesdienst mit Künstleringespräch am Sonntag, den 18.8.2019 um 11 Uhr!

Die Installation fragt nach dem Prozess des Aneignens einer Sprache. Andara Shastika stellt die klaren Grenzen zwischen Sprachen in Frage. Es gibt mehr Worte, die über alle Möglichen Grenzen hinweg verstanden werden, als wir denken. Und sie erforscht, wie das Lernen von Sprache nicht nur rational geschieht. Begibt man sich nicht hinein in eine Sprache? Verbindet sich nicht mit der Sprache ein Geist? Ist es eine Form von Besessenheit, eine Fremdsprache zu sprechen? Gibt es positive und negative Formen von Besessenheit?

Die Installation ist auch eine sehr anregende Intervention in dieser Kirche. Hier finden täglich Sprachkurse statt. Viele Menschen, die ursprünglich die verschiedensten Sprachen sprechen, begegnen sich, nicht nur aber auch beim Treffpunkt international. Was geschieht da, wenn wir uns verständigen? Wer die alten Geschichten kennt wird an Pfingsten denken. Es bleibt ein interessantes Rätsel, wie durch den Geist Sprachgrenzen überwunden werden.

Die Installation arbeitet aber auch mit dem Raum selbst und den Räumen, Ebenen, Gegenständen und Möbeln in der Kirche, den Abstufungen von Heiligkeit und den Bedeutungen und Assoziationsfeldern, die im Raum präsent sind. Sie trägt ihre eigenen Erfahrungen ein. Raum und Kunst wirken aufeinander ein. Für diejenigen, die den Raum kennen, ist es eine Differenzerfahrung, die es ermöglicht, den Raum vielschichtiger wahrzunehmen.

Einige Hinweise über Kirchenräume im Allgemeinen:

  • Ein Altar ist vieles gleichzeitig, in den verschiedenen kirchlichen Traditionen wird das ein oder andere mehr betont, immer bleibt aber alles präsent. Ein Altar ist ein Tisch, ein Ort der Tischgemeinschaft. Ein Altar war Opfertisch, ein Ort des Leidens und der Erlösung. Ein Altar ist ein heiliger Ort, wo die heiligen Gegenstände und Schriften liegen.
  • Eine Kirche hat unterschiedliche Bereiche. Früher gab es stärkere und weniger starke Unterteilungen zwischen Bereichen, die unterschiedlichen Personengruppen zugeordnet waren. Der Chorraum hinter dem Altar war den Priestern vorbehalten. In der Reformation ist diese Trennung aufgehoben worden, entsprechend dem allgemeinen Priestertum aller Gläubigen.
  • Das Wort hat im Kirchenraum eine besondere Bedeutung. Da ist die heilige Schrift – eine plurale Sammlung unterschiedlichster Texte. Aber das Wort Gottes ist nicht gleichzusetzen mit dieser Schrift, auch nicht mit Worten eines Pfarrers in der Predigt. Es geht um Verständigung und Aneignung, was nicht ohne den Geist geschieht. Auch deshalb wird zu Beginn des Gottesdienstes gesungen: „Komm, heiliger Geist“. Eine Kirche ist immer ein Kommunikationsraum.
  • Die Farbe Purpur hat eine lange Tradition als Kirchenfarbe, aber auch vorher schon eine große Bedeutung: Der Farbstoff wurde in der Antike in einem aufwändigen Prozess aus Purpurschnecken hergestellt, man benötigte 10.000 Schnecken für ein Gramm Farbstoff. Die Farbe zu tragen war in Rom den Senatoren vorbehalten. Eine Farbe der Mächtigen ursprünglich, der rote Teppich kommt da her. Was hat Sprache mit Macht zu tun?

Stefan Nadolny

Eröffnung. Foto Kurt Heldmann
Performance. Foto: Kurt Heldmann

Seminar auf der Altstädter Hütte 3.-4. August 2018

Thema Resonanz. Natur wahrnehmen und achten, Stille– und Klangübungen & Land Art

Übernachtung in der Hütte ohne fließendes Wasser, Wasser kommt aus der Quelle. Naturwahrnehmungsübungen nach Cornell mit Jenne Michaelis, Stille mit Hartmut Hübner, Land Art mit Stefan Nadolny, Kochen auf dem Küchen-Holz-Ofen

Samstag 11 Uhr bis Sonntag 14 Uhr

Anmeldung bei Pfarrer Stefan Nadolny, Stefan.Nadolny@ekkw.de oder 0157-38704495

Anfahrt mit Straßenbahn oder Auto, wird  nach Anmeldung besprochen. Treffpunkt  11 Uhr Neue Brüderkirche

Bericht vom Kirchentag in Dortmund

Drei Gruppen mit Beteiligten aus unserer Gemeinde waren beim Kirchentag in Dortmund, um dort mitzuwirken und Aufführungen zu gestalten. Einige waren mit der Theatergruppe Zeitlos dort und führten das Werk Inferno Paradiso auf, ein Stück mit Musik von Peter Janssens in einem Theater auf – gleich zweimal hintereinander.

Außerdem fuhren die Gruppen Morgen und Palaver Rhababa zum Kirchentag (wobei alle Musiker der Gruppe Morgen auch bei Palaver Rhababa spielen), spielten drei Konzerte und begleiteten drei Veranstaltungen – und machten ungefähr 8x Straßenmusik während der 5 Tage: spielsüchtig! Die Aufführungen waren alle sehr erfolgreich – wenn auch unterschiedlich besucht zwischen 7 und 1000 Teilnehmenden. Zu einem Konzert einer doch eher unbekannten Band morgens um 11 kommen eben nicht so viele Menschen gezielt, zu einem Vortrag eines Friedensnobelpreisträgers aber schon. Die Konzerte haben viel Spaß gemacht und sind bei dem teilweise eher kleinen, aber feinen Publikum auch gut angekommen. Die Veranstaltungsbegleitungen waren außerdem auch sehr interessant, sodass ich von den Themen ein wenig berichten möchte.

Zunächst spielte Palaver Rhababa bei einer Veranstaltung mit Prof. Dr. Volker Perthes, Experte für die Region Naher und Mittlerer Osten und ein wichtiger Berater der Bundesregierung. Er sprach z.B. über den aktuellen Konflikt zwischen Iran und USA. Er betonte zum einen, dass es sich bei den Attacken mehr um eine Art psychologisches Spielchen handele, zum anderen aber auch, wie gefährlich solche Spiele seien. Perthes war bei vielen Versuchen von Vermittlung und Verhandlungen beteiligt und sprach aus einer eher bescheidenen Haltung heraus. Er sprach weniger von Konfliktlösung, diese sein oft nicht möglich. Stattdessen könne man dann Konfliktmanagement versuchen. Dafür sei es dann nötig, Verhandlungen auch mit schwierigen Gesprächspartnern zu führen, bei denen manche fragen würden: „Wieso redet ihr überhaupt mit denen?“. Es war sehr interessant zu hören, wie Prof. Perthes versucht, mit diesen großen Ambivalenzen umzugehen. Die Musik von Palaver Rhababa war dazu sehr passend, z.B. das Stück Homs über diese zerstörte Stadt, das Ahmad Schemis geschrieben hat, der aus Homs kommt.

Die nächste Veranstaltung im selben Saal im Kongresszentrum war eine mit Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege. Er ist Gynäkologe und hat eine Klinik für die Opfer von grausamen Vergewaltigungen aufgebaut – aber auch gegen die Ursachen protestiert, die schon sehr lange andauernden Konflikte, der permanente Krieg im Kongo. Die Konflikte hängen auch mit den internationalen Rohstoffinteressen zusammen. Im Kongo wird vor allem auch Coltan abgebaut, das für Akkus gebraucht wird, für Mobiltelefone, aber auch für Elektromobilität. Hier geht es um viel Geld, das wie so oft in den Taschen einiger weniger landet. Doch auch die westliche Politik, die großen Konzerne und die Konsumenten haben dabei Verantwortung. Dr. Mukwege ist im Kongo nur knapp einem Attentat entgangen. Es zeugt von großem Mut, dass er sein Engagement für Frieden und Gerechtigkeit fortsetzt. Er regt an, dass die westlichen Demokratien sich für Gerechtigkeit und ein Ende der faktischen Straffreiheit im Kongo einsetzen, was den Machthabern und Profiteuren in der Demokratischen Republik Kongo nicht gefallen wird.

Die dritte Veranstaltung, die die Band Morgen begleitete, war ein Abend im Rahmen des Liturgischen Tages Umsturz, Umkehr, Utopie. Sie war in verschiedener Hinsicht ein Erlebnis. Drei Theater-Gestalten begleiteten den Abend mit Theateraktionen, was sehr anregend war. Zum anderen gab es interessante Vorträge, u.a. von Hartmut Rosa. Er sprach über Utopie im Zusammenhang mit seinem Thema Resonanz, gleichzeitig Titel seines Buches, was auch bei Theologen auf großes Interesse gestoßen ist (womit er selbst gar nicht gerechnet hätte). Resonanz bedeutet für ihn zunächst eine Aktion und eine Reaktion, aber gleichzeitig auch mehr und anderes, nämlich ein Geschehen, das sich gerade nicht auf Sender und Empfänger aufteilen lässt. Wo sich nicht mehr klar sagen lässt, wer aktiv und wer passiv ist. In der Grammatik anderer Sprachen wie Altgriechisch und Sanskrit gebe es eine andere Form, das Medium Passiv, mit der sich ein Geschehen klarer ausdrücken lasse. In unserer Welt würden manche an Burnout leiden, andere an ihrer Ohnmacht, manche an beidem. Sein utopischer Gedanke ist, sich mehr auf ein In-der-Welt-Sein einzulassen und Teil eines Geschehens zu sein. Natürlich hat das viel mit Theologie zu tun, man denkt an das Wachsen des Reiches Gottes und an das Wirken des Heiligen Geistes. Oder auch an Gemeinschaft in der Gemeinde und wie schön es sein kann, Teil eines besonderen Geschehens zu sein – wenn die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen, wenn etwas Neues entsteht, wenn ein Raum da ist, um den Traum vom Frieden zu träumen. Eine Gemeinde, die wiederum Teil eines größeren Geschehens ist, einer Bewegung spätestens seit Jesus, aber auch schon seit Moses und den Propheten, und Teil einer Bewegung für das Leben, die in den unterschiedlichsten Gemeinschaften lebendig ist. So ist diese Utopie nicht so utopisch, sondern auch erlebbar, wofür ich dankbar bin.

Der Kirchentag war für die Gruppen Palaver Rhababa und Morgen ein schönes Erlebnis, wenn auch nicht konfliktfrei – aber genau das war sehr anregend und hat uns zu einem neuen Konzept gebracht bei Palaver Rhababa: Wir wollen die Konflikte, die auftauchen als kreativen Motor verwenden und gerade darüber Lieder schreiben. Weil wir merken, dass es immer wieder Konflikte sind, die nicht nur uns, sondern die ganze Gesellschaft spalten. Und dem wollen wir etwas entgegensetzen.

Kirchentag lohnt sich!

Herzlich Willkommen in der Erlöserkirche Fasanenhof und in der Neuen Brüderkirche!