Archiv der Kategorie: Vesperkirche

Die Neue Brüderkirche ist „Vesperkirche“ – d.h. das das Essen hier eine größere Rolle spielt. Jesus hat ja auch viel mit seinen Jüngerinnen und Jüngern und allen möglichen Leuten zusammen gegessen. Und die ersten Gemeinden haben das fortgesetzt, und das Abendmahl ist entstanden. Diese Tischgemeinschaft setzen wir fort – z.B. am langen Leuchttisch in der Kirche.

Zu den Terminen der Lebensmittelverteilung werden  abgelaufene, aber noch essbare   Gemüse und Backwaren verteilt.

Folgende Termine sind zur Zeit aufgrund der Corona-Lage nicht aktuell: 

Nach jedem Gottesdienst gibt es ein Kirchenkaffee, wir sitzen gerne noch länger zusammen und reden.

Jeweils am ersten Sonntag eines Monats (Ausnahmen bestätigen die Regel) feiern wir Vespergottesdienst – abends um 18 Uhr und mit anschließendem Essen.

Montags und donnerstags laden wir ein zum gemeinsamen Frühstück ab 8 Uhr.

Montag abends kommen viele zum Montagsessen zusammen, ab ca. 19 Uhr.

Selbstversorgung gehört auch dazu: Gartenprojekt, Bienenprojekt und Marmelade kochen.

Gesprächsveranstaltung „also-space“

“also-space” – wie besondere Räume Begegnungen ermöglichen und Verbindungen stärken können

mit Bischöfin Beate Hofmann, dem documenta-Künstler Reinaart Vanhoe u.a.

Am Donnerstag, den 1. September um 17-18.30 Uhr auf dem Hof des Stadtteilzentrums (bei Regen in der Kirche)

Räume sind ein wichtiges Thema der documenta fifteen. Das mag mit der vielfältigen Erfahrung von ruangrupa mit Räumen zu tun haben. Lange Zeit mieteten sie bewusst nur für kurze Zeiten Räume an, um mit immer wieder neuen Nachbarschaften in Kontakt zu kommen. Für Kurator*innen geht es immer um die Gestaltung von Räumen – ruangrupa hat einen besonderen Umgang gefunden: Das ruru-Haus als ein besonderer Ort mit unterschiedlichen Funktionen. Die Repräsentation der Orte der eingeladenen Kollektive in der Ausstellung. Das Bespielen und die Umgestaltung von besonderen Orten in Kassel.

Räume spielen auch eine große Rolle für kirchliches Handeln – nicht nur Kirchenräume. Auch die Sozialräume, in denen Kirchengemeinden agieren. Gemeinden arbeiten nicht nur mit Einzelpersonen, sondern Gemeinden bilden einen kirchlichen „Raum“, der meist auf Kirchen und weitere kirchliche Räume bezogen ist. Gleichzeitig bezieht sich Gemeinde auch auf Stadtteile oder Ortschaften und agieren auf das ganze Gemeinwesen bezogen. Kirchliche Räumlichkeiten können für ein Gemeinwesen wichtige Funktionen übernehmen, wenn Gemeinden ihre Räumlichkeiten für die in diesem Gemeinwesen wichtigen Anliegen öffnen.

Ein besonderes Experiment des documenta-Künstlers Reinaart Vanhoe ist es, an einem „inhabited space“ zu arbeiten, gemeinsam mit denen, die diesen Ort bewohnen. Das widerspricht der üblichen Praxis, entweder im „white cube“ des Museums auszustellen oder aber einen Ort für die Dauer der Ausstellung auszuräumen und nach der Ausstellung wieder leer zu hinterlassen. In unserem Fall arbeitet Reinaart Vanhoe einerseits mit den Akteuren in Stadtteilzentrum und Kirche zusammen, andererseits auch mit den verschiedenen Kollektiven, die er eingeladen hatte, einen „Schrein“ zu gestalten. Auch uns an der Neuen Brüderkirche hatte er angesprochen, und wir haben zusammen mit vielen Gruppen einen Teppich geknüpft. Dieser definiert ebenfalls einen Raum – in diesem besonderen Raum fanden verschiedene Konzerte und Gespräche statt, so auch dieses Gespräch.

Es sind zwei Impulse von je 10 Minuten geplant, von der Bischöfin und von Reinaart Vanhoe, beide zum Thema Räume.

Bischöfin Beate Hofmann verwies in einem Vortrag über Kirchenumnutzungen auf Martina Löw und den „spatial turn“ in den Sozialwissenschaften – sie war Professorin für Diakoniewissenschaft, bevor sie Bischöfin wurde. Im Reformprozess unserer Landeskirche wirbt sie darum, viele Kontaktflächen zu schaffen – auch durch eine Öffnung kirchlicher Räume und Mehrfachnutzungen. Sie betont in ihrem Text, dass Neues oft auf der Grenze entsteht, in der Begegnung der Verschiedenen. An unserem Standort gibt es dafür viele Beispiele: Die Kirche wird nicht nur für den Gottesdienst, sondern auch für die Lebensmittelverteilung und die Kleiderkammer genutzt, außerdem für Kulturveranstaltungen – besonders jetzt zur documenta. Das Stadtteilzentrum (das ehemalige Gemeindehaus) wird vom Diakonischen Werk betrieben, im Beirat und im Team begegnen sich Diakonie, Stadt Kassel, Kulturzentrum Schlachthof und Kirchengemeinde. In der Kirche, im Stadtteilzentrum, auf dem Hof und im Garten sind Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen unterwegs – Begegnungsräume mit den entsprechenden Herausforderungen.

Reinaart Vanhoe hat u.a. ein Buch über „also-space“ geschrieben („also-space“ and how indonesian art initiatives reinvented networking). Ein anderes Buch von ihm heißt „art within a citizen scene“. Räume spielen also in zweierlei Weise eine besondere Rolle, zum einen der Sozialraum (der Stadtteil, die Nachbarschaft, das Netzwerk, die Gemeinschaft der Interessierten), zum anderen die Räume selbst, die Begegnung ermöglichen. Reinaart Vanhoe propagiert den „also-space“ – immer wenn er sein Kürzel ook_ nutzt. „ook“ bedeutet „auch“ auf niederländisch. Dabei geht es um unterschiedliche Ebenen: Hierher kommen sowohl diese als auch jene. Hier kann man etwas bekommen und auch etwas geben. Hier kann man sowohl dies machen als auch das. Dieser Ort wird betrieben von X, aber auch von Y. Ich bin sowohl Gast als auch Gastgeber – und auch du bist eingeladen, beides zu sein.

Nach den beiden Impulsen wollen wir in einem zweiten Teil mit allen Anwesenden ins Gespräch kommen. Ich stelle mir vor, dass dieses Gespräch insbesondere für uns „auf dem Hof“, also zwischen Kirche und Stadtteilzentrum, besondere Chancen bietet.

Mit den Räumen verbindet sich das Stichwort Atmosphäre, das in den Kulturwissenschaften eine große Rolle spielt. Es geht um das Phänomen, dass Gefühle nicht nur individuell sind, sondern auch „räumlich“ sein können, d.h. überindividuell. Stimmungen übertragen sich auf die nahe Umgebung. Welche Atmosphäre wollen wir auf dem Hof und in unseren Räumen? Atmosphäre ist unverfügbar (wie der Heilige Geist – der Wind weht wo er will), aber dennoch gibt es Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Dabei geht es um das Verhalten der Anwesenden, aber auch um das äußere Erscheinungsbild von Räumen und Außenbereichen. Wie gelingt es, dass sich Menschen willkommen und wohl fühlen können? Welche Signale sendet welches Verhalten und welches äußere Erscheinungsbild?

Wir freuen uns auf ein angeregtes und anregendes Gespräch!

Eine Veranstaltung der Ev. Hoffnungskirchengemeinde, des Projektes Fahrrad-Kultur-Garten Wesertor und des Kollektivs „common ground“ im Rahmen der documenta fifteen

Internationaler Friedensgottesdienst

Samstag, 26.3.22, 18 Uhr in der Neuen Brüderkirche

Wir wollen für Frieden in der Ukraine und der Welt zusammen beten. Auch mit Musik. Wir wollen die Hoffnung stärken. Wir wollen uns von biblischen Texten ansprechen lassen und Inspirationen gewinnen für den Weg zum Frieden.

Mit der Divine Impact Church of God DICG, der indonesischen Gemeinde Kassel PERKI, der Ev. Hoffnungskirchengemeinde u.a.

Mit den Divine Impact Singers, der Band Kassel Hope, Peter Hamburger, Retty Paruntu

Mit Johannes Weth, Steve Ogedegbe, Stefan Nadolny, Enggartito Nugroho

documenta-Projekt: Schrein, Teppich, common ground, ook_visitorZentrum

Programm s. hier: Programm common ground im ook_visitorZentrum – Ev. Hoffnungskirchengemeinde Kassel

Das Projekt bekommt eine eigene Seite: commonground.hotglue.me, die allerdings nicht ganz so aktuell gehalten wird.

Im Sommer 2021 hat der documenta-Künstler reinaart vanhoe unsere Projekte besucht und uns eingeladen, einen „Schrein“ zu gestalten als eine von mehreren Gruppen in Kassel. Was ist ein Schrein? Es gibt Schreine in vielen Kulturen, Ländern und Religionen, und er kann ganz verschiedene Formen annehmen. Ein Schrein ist ein Kraftort, ein Heiliger Raum, ein Behälter für was uns wichtig ist.

Diese Einladung haben wir gerne angenommen, nach und nach die Arbeitsweise und das Anliegen Vernetzung verstanden. Dann hatten wir ein intensives Gespräch darüber, dass es oft gar nicht so leicht ist, bei bestimmten Themen zusammenzukommen, und da diese Diskussion auf Englisch stattfand kamen wir auf das Stichwort „common ground“. Wir haben dann und die Zielvorstellung entwickelt, gemeinsam mit vielen anderen Einzelnen und Gruppen im Stadtteil einen Teppich zu knüpfen, als Metapher für unsere Vernetzung und für den „common ground“, der daraus entsteht und auf dem wir gemeinsam stehen.

Auf diesem Teppich sollen dann Aktionen zum Thema „common ground“ stattfinden, das heißt zu der Frage, wie wir gemeinsame Grundlagen unseres Handelns zu finden. Das kann Musik sein, die Kulturen verbindet, oder Performance oder Gespräche mit Gästen. Manchmal hier bei uns, z.B. auf dem Hof des Stadtteilzentrum, manchmal auch in der Innenstadt, z.B. auf dem Friedrichsplatz.

Inzwischen hat sich auch ergeben, dass Stadtteilzentrum und Neue Brüderkirche auch das „visitor centre“ für das Schrein-Projekt während der Documenta-Zeit sein wird.

Nun wenden wir uns an verschiedene Gruppen im Stadtteil, in der Stadt und anderswo – und so auch an euch: Habt ihr Lust, an dem Teppich mit zu knüpfen? Oder während der Documenta eine Aktion auf dem Teppich zu gestalten?

Ein Stück Teppich kann auf ganz unterschiedliche Weise entstehen. Nach und nach werden viele Teile aneinander geknüpft, sodass eine große Fläche entsteht. Wir laden euch ein, euer Stück Teppich (oder auch mehrere Stückchen) zu gestalten.

Oder wollt ihr lieber eine Aktion auf dem Teppich machen oder anregen?

Was uns am Wichtigsten ist: Wir wollen mit Euch in Kontakt kommen. Gerne wollen wir mit Euch über das Projekt und das Thema ins Gespräch kommen. Wenn Ihr dabei sein wollt, freuen wir uns sehr. Es würde uns sehr freuen, wenn wir gemeinsam einen „common ground“ gestalten könnten!

Wir treffen uns im Stadtteilzentrum Wesertor jeden Freitag um 17 Uhr – jeweils am ersten und dritten Freitag eines Monats zum Organisieren und am zweiten und vierten Freitag eines Monats zum Knüpfen. So können alle nach Interesse kommen.

Außerdem gibt es jetzt jeden Dienstag um 11.30 Uhr im Kursraum 1 im Stadtteilzentrum ein Treffen zum Knüpfen!

Aktuelle Termine finden sich hier:

Die Gute Erde – Gesprächsgottesdienst 2

Mittwoch, 17.11.21, 18 Uhr Neue Brüderkirche

Herzliche Einladung zum dritten Gespräch und zweiten Gottesdienst mit dem Staatstheater Kassel, mit Vertreter*innen der Produktion „Die Gute Erde“.

Nach einer ersten Gesprächsrunde und einem dialogischen Gottesdienst mit künstlerischen Elementen wird es in diesem Gottesdienst noch mehr kommunikative Elemente geben.

Wir konzentrieren uns zunächst auf die großen Bilder dieser Inszenierung, die eine ihrer großen Stärken sind. Die Bilder werden im Gottesdienst gezeigt. Wir tauschen uns über Empfindungen dazu aus, wenn wir diese Bilder sehen.

Daraus ergibt sich eine Frage, über die wir ins Gespräch kommen wollen, die in vielen bisherigen Gesprächen immer wieder angesprochen wurde:

Wie können wir in besseren Kontakt kommen zur Erde (auch im Sinne der großen Lebens-Zusammenhängen, die unser Leben ermöglichen)?

Foto: Die gute Erde_C_Isabel Machado Rios

Hier die Ankündigung des Staatstheaters:

Expert:innengespräch #3

in der Neuen Brüderkirche

Mit Pfarrer Stefan Nadolny

In unserer Reihe Expert:innengespräche kommen wir zu Themen unserer Stücke mit Menschen aus der Stadt ins Gespräch.

Im Rahmen unserer Produktion Die gute Erde sprechen wir in einem Gottesdienst der Neuen Brüderkirche mit Pfarrer Nadolny über den Wandel im Umgang mit unserer Erde. Wir sprechen darüber, wie dieser Wandel im Stück funktioniert und nehmen den Buß- und Bettag als Tag der Umkehr und Neuorientierung für uns zum Anlass, über neue Ideen zu sprechen, wie wir mit der Erde, die unser Lebensraum ist und uns ernähren soll, umgehen. Wang Lung hat dazu eine ganz klare Meinung:

„Es ist das Ende einer Familie, wenn man beginnt, das Land zu verkaufen. Aus der Erde sind wir gekommen, und in die Erde müssen wir zurückkehren – und wenn ihr das Land verkauft, so ist es das Ende.“

Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen ins Gespräch über dieses Thema zu kommen.

Mittwoch, 17.11.21, Neue Brüderkirche, Weserstraße 26, 34125 Kassel“

Foto: Die gute Erde_C_Isabel Machado Rios

Beitragsbild: Die gute Erde_C_Isabel Machado Rios

Friedensgottesdienst zu Afghanistan

am Sonntag, den 14.11.2021 um 18 Uhr in der Neuen Brüderkirche

Mit einem Vortrag von Dr. Rabani Alekuzei und Beiträgen von Rahila Sahebdel.

Mit Musik von der Band Kassel Hope

Die Situation in Afghanistan ist sehr krisenhaft. Wie konnte es dazu kommen? Was kann jetzt helfen?

Dr. Rabani Alekuzei kennt die Lage in Afghanistan sehr gut und wird Hintergründe erläutern.

Wir wollen uns informieren und gemeinsam unsere Sehnsucht nach Frieden vor Gott bringen.

Gospel-Gottesdienst mit Steve Ogedegbe am 17.10.2021

Wir freuen uns sehr, am 17.10.21 um 11.15 Steve Ogedegbe im Gottesdienst in der Neuen Brüderkirche zu Gast zu haben.

Unsere Gemeinde befindet sich mit Pastor Steves Gemeinde, der Divine Impact Church of God, auf dem Weg einer Kooperation, den wir weiter beschreiten wollen.

Steve ist Pastor und Musiker – in diesem Gottesdienst wird unsere Band Kassel Hope gemeinsam mit ihm musizieren.

Thema des Gottesdienstes wird sein: Ordnung und Freiheit in der interkulturellen Begegnung – passend zum Thema des 20. Sonntag nach Trinitatis nach unserer Perikopenordnung (die Ordnung führt uns in die Freiheit ;-)).

Übrigens: Im Anschluss wird Pfarrer Stefan Nadolny im Gottesdienst der DICG um 13 Uhr in deren Kirchenraum in der Bromeisstraße 35 zu Gast sein und zu dem selben Thema predigen und gemeinsam mit den Divine Impact Singers musizieren. Auch dazu laden wir herzlich ein, ebenso wie zu allen weiteren Gottesdiensten der DICG, jeden Sonntag um 13 Uhr dort!

Workshop und Vespergottesdienst Gemeinwesenökonomie

am Sonntag, den 3. Oktober 2021

Kirchengemeinden – Gemeinwohl-Ökonomie – Transformation
Christliche Leitbilder für unsere Wirtschaftsordnung

Sonntag, 3. Oktober 2021,
Neue Brüderkirche an der Weserstraße 26, neben dem Stadtteilzentrum
14:30 – 17:00 Uhr: Vortrag und Workshop.
Bitte melden Sie sich an mit Vorname, Name, ggf. Institution / Organisation per Mail an kirche-und-transformation@woek.de
18:00 Uhr: Vespergottesdienst

Wir wollen uns mit Hilfe von Joachim Langer von der Werkstatt Ökonomie Heidelberg und gemeinsam mit der Regionalgruppe Gemeinwohlökonomie Kassel mal grundsätzliche Gedanken machen – über Wirtschaftsordnungen. Aus der Bibel gibt es dazu interessante Anstöße, denen wollen wir uns stellen.

In unserer Kirchengemeinde gibt es viele Aktivitäten, die mit der Idee von Gemeinwesenökonomie zu tun haben, wie z.B. Lebensmittelverteilung und Fahrradwerkstatt – ebenso gibt es viele andere interessante Projekte in Kassel wie z.B. Essbare Stadt. Aber natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten.

Wie können christliche Leitbilder – wie Nächstenliebe, Achtung der Menschenwürde und gerechtes Teilen – unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Handeln verändern?
In einem neuen Projekt machen sich Kirchengemeinden mit dem Ansatz der GemeinwohlÖkonomie (GWÖ) auf den
Weg der Transformation. Denn für eine globale nachhaltige Entwicklung muss insbesondere unsere Wirtschaftsweise sozial und ökologisch umgestaltet
werden. Dafür bietet die GWÖ den Entwurf einer ethischen Wirtschaftsordnung an.
Die Werkstatt Ökonomie vernetzt gesellschaftliche Akteur:innen, um bisherige Projekte und Erfahrungen von Kirchengemeinden, benachbarten Institutionen und Organisationen sowie
der GWÖ-Bewegung zusammenzuführen und weiterzuentwickeln.
Die Beteiligten können mit dem Projekt konkret ins Handeln kommen und einen spürbaren Beitrag zum Umbau unserer Gesellschaft leisten, der unseren christlichen Leitbildern entspricht.
Wir laden alle ein, die an einem sozial-ökologischen Umbau unserer Wirtschaft und Gesellschaft interessiert sind. Wir freuen uns über ihre Meinung und ihr Engagement.

Mut zum Leben(smittelverteilen)

„Hallo, was brauchen Sie?“ – „Vielleicht ein Brot?“ – Haben wir gerade nicht, aber Brötchen. Diese hier?“ – „O.K.. Und Obst?“ – „Ja, so ’ne Tüte mit Äpfeln und Mandarinen?“ – „Ja, gerne! Schön, dass ihr das macht!“ – „Danke für die Ermutigung! Und bleiben sie gesund!“

Die Stimmung ist sehr positiv bei der Lebensmittelverteilung an der Neuen Brüderkirche (Weserstraße 26), die jetzt jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag um 16-18 Uhr stattfindet. Viele freuen sich, dass sie hier noch etwas kostenloses Essen bekommen, insbesondere nachdem die Tafel im Moment geschlossen ist und auch andere Unterstützungsmöglichkeiten nicht erreichbar sind.

Das Foodsharing ist hier nichts Neues, sondern läuft seit einigen Jahren: Die Foodsaver von Foodsharing, darunter viele Studierende, holen Lebensmittel, die sonst vernichtet würden, bei Supermärkten und Backshops ab, damit sie verteilt werden können. Und auch andere, die nicht über Foodsharing organisiert sind, bringen schon seit einiger Zeit Lebensmittel, die das Angebot aufbessern.

Am Beginn der Corona-Krise und mit den damit verbundenen Auflagen stellte sich aber die Frage, ob das weitergehen kann. Nicht so wie bisher, das war klar: Offene Auslagen wollten alle wegen Ansteckungsgefahr vermeiden. Deshalb machten auch wir ein paar Tage dicht, und entwickelten ein neues Konzept, mit mit eingeschränkten Zeiten, mehr Teamarbeit, Ausgabe über einen langen Tisch, Handschuhen, Schürzen und Mundschutz, Abstandhalten, Desinfizieren und häufigem Händewaschen samt Happy-Birthday-Singen. So wird die Gefahr minimiert, dass Viren weitergetragen werden könnten.

Es war dann eine mutige Entscheidung des Kirchenvorstands, die Verteilung mit diesem Konzept fortzuführen – die natürlich nur möglich war, weil sich einige Mutige bereiterklärt hatten, die Arbeit zu machen. Mutig heißt dabei nicht, dass Risiken eingegangen werden. Es sind eher jüngere Mitarbeiter, die die Verteilung machen, damit niemand gefährdet wird. Wir riskieren nicht die Gesundheit der Abholenden, denn die Abholung gestaltet sich ähnlich wie ein Einkauf im Supermarkt, vielleicht sogar weniger risikoreich, denn die Abholung geschieht an der frischen Luft und es gibt keine Selbstbedienung. Mutig bedeutet hier, dass man etwas macht, was in Frage gestellt werden könnte. Es erfordert Mut, Verantwortung zu übernehmen. Der Mut, anderen zu begegnen, wo es doch sicherer wäre, zu Hause zu bleiben, spielt für die Beteiligten eine weniger große Rolle, denn die Begegnungen geschehen mit Abstand, und für Jüngere ist das Risiko kalkulierbar.

Wichtig ist den Aktiven die Solidarität mit und unter allen, die von der Krise besonders betroffen sind. Gerade jetzt ist es wichtig, dass Ressourcen genutzt werden, damit alle genug zum Leben haben. Das wird im Verlauf der Krise und danach noch sehr an Bedeutung gewinnen – und dieser Gedanke erfährt viel Unterstützung: Es haben sich weitere Helfer gemeldet, Foodsharing wird wieder Lebensmittel bringen, weitere Geschäfte spenden Lebensmittel. Das macht Mut für die Zukunft!

Übrigens: Auch die Bahnhofsmission verteilt Lebensmittel: „Wir sind im Moment vormittags von Montag bis Freitag am Bahnhof Wilhelmshöhe und geben dort von 9-13:30 Uhr warme Getränke und Brote, Brötchen und Obst aus.“